7 ›RILKE. ÜBERZÄHLIGES DASEIN. EINE BIOGRAFIE‹
Ein literarisches Lebensportrait des Dichters Rainer Maria Rilke | Fritz J. Raddatz im Gespräch mit Hubert Winkels

Rainer Maria Rilke ist der meistgelesene deutschsprachige Poet weltweit – nach Goethe. Und obwohl seine Lyrik vielen als das Großartigste der deutschen Literatur gilt, gibt es Leser, die seine Dichtung als zu weltentrückt, fast schon kitschig empfinden. Sein Zeitgenosse Thomas Mann bezeichnete Rilke als ›österreichischen Snob‹, Georg Heym nannte ihn ein ›überschminktes Frauenzimmer‹ – auch anspielend auf die Erziehung als Mädchen, die Rilkes Mutter ihm in seinen ersten Lebensjahren aufzwang. Für seine große Liebe [und Seelenverwandte], die russische Dichterin Marina Zwetajewa, war er wiederum gar die Verkörperung der Dichtung selbst. Zeit seines Lebens zog er umher und führte ein prototypisches Künstlerleben im Dunstkreis einer aristokratischen Bohème, die ihm ein angemessenes Dasein ermöglichte. Mehr noch als vom Adel wurde er von Frauen unterstützt und gefördert, und dennoch blieb ‚das Weib an sich’ für ihn stets ambivalent, aus der Ferne bewundert, in der unmittelbaren Nähe als Gefahr gefürchtet.
Der Feuilleton-Altmeister Fritz J. Raddatz hat dem unsteten Sprachgenie Rilke ein persönliches und emotionales Portrait gewidmet. Raddatz über Rilke: ›Wer war dieser Mann? Die Antwort: Geck, Gaukler und Genie.‹

Der 1931 geborene Autor Prof. Dr. Fritz J. Raddatz zählt zu den profiliertesten Publizisten Deutschlands. 1960–69 war er stellvertretender Leiter des Rowohlt Verlages, 1977 – 85 Feuilletonchef der ZEIT . Raddatz ist Autor in viele Sprachen übersetzter Romane und eines umfangreichen essayistisch-biografischen Werkes. Der Autor lebt in Hamburg.

Die Lesung moderiert Dr. Hubert Winkels. Er ist seit 1988 als Literaturkritiker für die ZEIT tätig. Seit 1997 arbeitet er als Literaturredakteur beim Deutschlandfunk in Köln. Hubert Winkels veröffentlichte zuletzt ›Gute Zeichen. Deutsche Literatur 1995–2005‹ und ›Der Stimmen Ordnung. Über Thomas Kling.‹ 2007 wurde Winkels mit dem Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik ausgezeichnet.


Foto: Paul Tallant



Foto: Brigitte Friedrich


Donnerstag, 8. Oktober 2009, 20 Uhr
Stadtbibliothek Duisburg,
Düsseldorfer Str. 5–7
Eintritt 8 €, Vvk. 6 €;
Kartenreservierung empfohlen
Karten-Tel. 02 03. 2 83 42 18