Niederländische
Literatur wird in Deutschland viel und gern gelesen, und es stimmt
natürlich: Autoren wie Cees Nooteboom und Connie Palmen sind
hierzulande äußerst populär. Jüngere Autoren
aus Holland aber stehen etwas im Schatten dieser Großen und
finden seltener Leser. Das hat natürlich auch mit zeitversetzter
Übersetzung zu tun und mit der Aufnahme in deutsche Verlagsprogramme.
Besonders die Lyriker trifft’s, kaum ein Dichter unter 35
wird ins Deutsche übersetzt. Deshalb präsentieren Ihnen
das Literaturbüro Ruhr und das Literair Productiehuis Wintertuin
einen poetischen Sprachwasserfall: Gegenwarts-Lyrik aus den Niederlanden,
drei der begabtesten Dichter in einem grenzüberschreitendem
Programm – mit speziell für diesen Abend angefertigten
Übersetzungen. Dazu gibt es musikalische Begleitung, zu den
Gedichten wird live improvisiert mit Samples und akustischen Instrumenten.
Moderiert von Dennis Gaens.
Tsead Bruinja [*1974] wohnt in Amsterdam.
Seine
Karriere begann er als friesischer Dichter, aber schon kurz danach
folgte sein niederländisches Debüt ›Dat het zo hoorde‹
[›Das es so hörte‹], ein Buch, das nominiert wurde
für den Jo Peters PoëziePrijs, einen der wichtigsten Poesiepreise
der Niederlande. Bruinja schreibt immer noch auf Friesisch und auf
Niederländisch, betritt aber auch internationale Bühnen.
Vergangenes Jahr war er einer der Kandidaten für das niederländische
Amt des ›Dichter des Vaterlands‹, ein Ehrenamt ähnlich
wie der ›Poet Laureate‹ in Amerika und Großbritannien.
Tjitske Jansen [*1971] begeistert als
Lyrikerin Publikum und Kritik ›mit einer Sprache, die so klar,
irdisch und leicht ist‹ [so eine Tageszeitung]. Mit ihren
Lyrikbänden ›Het moest maar eens gaan sneeuwen‹
[›Es müsste mal schneien‹] und ›Koerikoeloem‹
[›Curriculum‹, phonetisch geschrieben] schreibt sie
sich an die Spitze der Bestsellerlisten. Als aktive Theaterautorin
und Schauspielerin gibt sie Theater- und Schreibworkshops und verfasst
auch Lieder für Theatergruppen und Solokünstler.
Arjen Duinker [*1956] ist studierter Psychologe
und Philosoph und veröffentlichte bisher einen Roman und elf
Gedichtbände. Eines seiner Gedichte wurde für das Projekt
›World Poem‹ in 220 verschiedene Sprachen übersetzt.
Veröffentlicht wurde seine Lyrik u. a. in Italien, England,
Portugal, Iran, Russland und Deutschland [hier in der Anthologie
›Keine triste Isolde‹]. Zusammen mit einem Glasbläser
und einer Designerin arbeitet er an einem enzyklopädischen
Nachschlagewerk zur Glasbläserei. Er ist Träger des Jan
Campertprijs und des VSB Poëzieprijs.
Jaap van Keulen [*1966] studierte an der
Arnheimer Kunsthochschule und konzentrierte sich im Anschluss auf
das Komponieren und Produzieren von Musik zu Theaterund Tanzvorstellungen.
Er entwickelte einen sehr filmischen Stil, wobei er akustische Instrumente
kombiniert mit gesampeltem Material. Schon länger begleitet
er Dichter wie Tsead Bruinja und Tjitske Jansen.
Dennis Gaens [*1982] moderiert, schreibt
Poesie und Kurzgeschichten und debütierte 2009 in der Sammlung
›Het Nieuwe Zwart‹ [Das Neue Schwarz]. Er ist Mitarbeiter
des Literarischen Produktionshauses Wintertuin und betreut den Austausch
zwischen deutschen und niederländischen
Autoren.
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Foto: Dennis Gaens 
Foto: Tineke de Lange 
Foto: Jenny Kroon 
Foto: Jacqueline Koster 
Foto: Suzan Geldhoff
Donnerstag,
24. September 2009, 20 Uhr
GREND-Kulturzentrum,
Westfalenstr. 311, Essen-Steele
Eintritt 6 €, Vvk. 4 €;
Kartenreservierung empfohlen
Karten-Tel. 02 01. 8 51 32 10
www.grend.de
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