Georg Kreisler ist
vor allem für seine bösen Lieder wie
›Tauben vergiften im Park‹ bekannt, geliebt und gefürchtet.
Seine Texte haben sein Publikum stets ebenso
erschreckt wie erfreut – und sich längst als zeitlose
Klassiker entpuppt, deren bissiger Witz nach wie vor
seinesgleichen sucht. Er ist ein Mann, der es gleich in drei
Disziplinen zu unerreichter Meisterschaft gebracht hat:
auf Füße zu treten, vor Köpfe zu stoßen und
Augen zu
öffnen. So wird es nicht verwundern, dass Georg Kreislers
›Letzte Lieder‹ keine versöhnlichen Gesänge
beinhalten,
sondern Paukenschläge. In seiner Autobiografie, die nicht unbedingt
sein Leben erzählt, ›sondern eher meine
Gedanken, meine Kunstphilosophie, meine Wünsche und
Träume‹ [so Kreisler selbst], geht er ins Gericht mit
bürgerlichem Kleingeist, nationalistischem Größenwahn,
dem Staat Österreich und schließlich dem ganzen letzten
Jahrhundert.
Georg Kreisler [*1922, Wien] ist jedoch
nicht nur eine
Literatenlegende und einer der bekanntesten Kabarettisten,
Komponisten und Satiriker unserer Zeit, er ist auch
ein Mysterium. So stellte der Wiener Literat Hans Weigel
bereits 1962 fest: ›Ich war lange Zeit der festen Überzeugung,
dass es Georg Kreisler gar nicht gibt. Seit ich ihn
persönlich kenne und ihm oft begegnet bin – sogar bei
Tageslicht – bin ich in dieser Überzeugung bestärkt
worden. Georg Kreisler existiert gar nicht – er ist eine Erfindung
Georg Kreislers.‹ 1938 emigrierte er zusammen
mit seinen Eltern in die USA. Nach Kriegsende tourte er
über die Bühnen Amerikas, wurde aber als zu morbide
eingeschätzt. Mitte der 50er Jahre zog es ihn zurück nach
Europa, wo er sich als politisch unbequemer Chansonnier
einen Namen machte. Neben über 500 Liedern schrieb er
Romane, Essays, Kurzgeschichten, Gedichte und Theaterstücke.
Im November wird in Rostock seine Oper ›Das
Aquarium oder Die Stimme der Vernunft‹ uraufgeführt.
www.georgkreisler.de
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Donnerstag, 19. November 2009, 20 Uhr
Consol Theater,
Bismarckstr. 240, Gelsenkirchen
Eintritt 12 €, Vvk. 10 €;
Kartenreservierung empfohlen
Karten-Tel. 02 09. 9 88 22 82 oder unter
www.consoltheater.de
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