4 EIGENSINN UND UTOPIE –
DIE GEDICHTE NICOLAS BORNS

Vorgestellt von Katharina Born und dem Eckard-Koltermann-Quartett

Nicolas Born [geboren 1937 in Duisburg, gestorben 1979] erreichte Anfang der 70er Jahre eine für Lyriker ungewöhnliche Aufmerksamkeit. Born artikulierte radikal und poetisch die Erfahrungen seiner Generation, die von den Kriegsfolgen über das Wirtschaftswunder, die 68er-Bewegung und die Desillusionierung danach reichten. Vielleicht deshalb erscheint seine Lyrik heute immer noch zeitlos und gegenwärtig zugleich. Kritisch, klug und humorvoll beschreibt Born in seinen Gedichten eine zunehmend veränderte Wirklichkeit: das ›Wahnsystem Realität‹. Nicolas Born widersetzte sich bereits zu Lebzeiten allen Versuchen einer Etikettierung als politisch Engagierter, Alltagslyriker, als Vertreter der sog. ›Neuen Innerlichkeit‹, der Naturlyrik oder einer frühen Popliteratur.
    Bekannte und im Nachlass gefundene ›Gedichte‹ [ Wallstein Verlag ] wurden 2004 von seiner Tochter,
Katharina Born, mit großem Erfolg [neu] herausgegeben. Borns ›Gedichte‹ standen nicht nur auf der SWR-Bestenliste, Katharina Born nahm für das lyrische Werk ihres Vaters auch den Peter-Huchel-Preis entgegen. In ihrer Dankesrede sagte sie: ›Wir wollten die Gedichte Nicolas Borns nicht nur wieder zugänglich machen, wir wollten, daß sie gelesen würden – wir wünschten »ein Buch, in das ihr alle vorn hineingehen und hinten herauskommen könnt«, wie mein Vater es in seinem Gedicht »Drei Wünsche« sagt.‹

Eckard Koltermann ist Bassklarinettist und Saxophonist. Sein 2004 gegründetes Quartett war die Erfüllung eines lange gehegten Traumes des Komponisten und Holzbläsers.
    Nach mehr als 20 Jahren als Musiker und Arrangeur in der holländischen ›Contraband‹, nach Zeiten des Experimentierens in kleineren und größeren Besetzungen, nach Kompositionen für Theater, Tanztheater und Film, entschloss er sich, ein Programm für eine ›just play‹-Band in klassischer Besetzung zu schreiben. Das Besondere am EKQ ist die durch die tiefen Holzblasinstrumente bewusst gewählte ›dunkle‹ Farbe der Stücke und Arrangements, in denen manch kleine Hommage an Gerry Mulligan oder Eric Dolphy u. a. versteckt ist. Zum Quartett gehören der Schlagzeuger Achim Krämer, der Pianist Stevko Busch und der Bassist Marcus Conrads. Vom EKQ erschien jüngst die CD ›Here comes the moon‹. [ www.eckard-koltermann.de ]
 

Freitag, 31. August 2007, 20 Uhr
Zentralbibliothek Duisburg,
Düsseldorfer Straße 5 – 7
Eintritt 8 €, Vvk.6 € ;
Karten-Telefon: 02 03.2 83 42 18