Gleich an zwei Autoren, nämlich an Vater und Tochter, wird der Hauptpreis des Literaturpreises Ruhr 2007 vergeben. Der in Duisburg geborene Schriftsteller Nicolas Born (1937 - 1979) erhält posthum den Hauptpreis für sein Gesamtwerk. Seine Tochter Katharina Born erhält den Hauptpreis für ihre editorische und essayistische Leistung bei der Herausgabe der Gedichte und Briefe ihres Vaters.
Die beiden Förderpreise gehen an Brigitte Werner, Bochum, und Christina Müller-Gutowksi, die in Düsseldorf lebt und im Ruhrgebiet aufgewachsen ist.
Der Hauptpreis ist mit 10.000 Euro dotiert, die Förderpreise mit jeweils 2.550 Euro.
Der Literaturpreis Ruhr wird jährlich vom Regionalverband Ruhr (RVR) vergeben und vom Literaturbüro Ruhr organisatorisch und konzeptionell betreut. Die sechsköpfige Jury, bestehend aus Frau Kruse, Frau Langenbrinck, Herrn Degener, Herrn Dr. Jägersküpper, Herrn Dirksen und Herrn Dr. Mahler hatte 41 Vorschläge für den Hauptpreis und über 200 Bewerbungen für die Förderpreise erhalten.
Der Hauptpreis
Nicolas Born widersetzte sich schon zu Lebzeiten allen Versuchen der Einordnung als politischer Schriftsteller, als Vertreter der so genannten "Neuen Innerlichkeit", als Naturlyriker oder als Popliterat. Born begegnet besonders in seinen Gedichten dem von ihm konstatierten "Wahnsystem Realität" mit utopischen und gleichzeitig ganz persönlichen Gegenbildern. In seinen Romanen "Die Erdabgewandte Seite der Geschichte" und "Die Fälschung" gerät seine Bestandsaufnahme eigener Wahrnehmung von Wirklichkeit zur Medien- und Gesellschaftskritik.
Katharina Born, Journalistin, Übersetzerin und Literaturwissenschaftlerin, gab 2004 und 2007 die Gedichte und Briefe ihres Vaters neu heraus. Sie schreibt in ihren Nachworten essayistisch von der Annäherung an Person und Werk ihres Vaters. Im Spannungsfeld von Vatersuche und Vater-Erfindung, von Forschung und Selbsterforschung gelingen bewegend-innige Porträts Nicolas Borns und eine überzeugende editorische Leistung.
Die Förderpreise
Die Förderpreise zum Literaturpreis Ruhr werden zu einem jährlich wechselnden Thema ausgeschrieben. Das Thema 2007 lautete
"Asphaltgeschichten"
Die Jury vergibt den Förderpreis an Brigitte Werner für ihre Erzählung "Morgenröte" über ein obdachloses Paar. Der zweite Förderpreis geht an Christina Müller-Gutowksi. Ihr Text "Von Wörtern und Schuhen und Straßen und Rädern" erzählt von einer Kindheit im Ruhrgebiet.
Zur öffentlichen Preisverleihung laden RVR und Literaturbüro am
Freitag, 16. November 2007
19.00 Uhr
Rathaussaal Hagen
Rathausstr. 13, 58095 Hagen
Eintritt frei





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