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19.11.15
Laudatio auf Sascha Reh von Jens Dirksen

Begründung der Jury für die Vergabe des Hauptpreises des Literaturpreises Ruhr 2015 an Sascha Reh (Berlin)

Anna Karenina und das Ruhrgebiet

Anmerkungen zu den Romanen von Sascha Reh. Rede zur Verleihung des Literaturpreises Ruhr am 13. November 2015

 

Zum Glück für uns alle bin ich heute Abend aus mehreren Gründen nicht in der Lage, Sie mit „Erfahrungen beim Verfassen einer Sonntagsrede“ zu behelligen, zu empören oder gar zu begeistern. Allerdings muss ich Ihnen ehrlicher Weise doch Bericht erstatten von den Schwierigkeiten, in die mich der nicht ungern angenommene Auftrag gebracht hat, eine Lobesrede auf die Werke von Sascha Reh zu halten. Man ist ja dann gehalten, die Werke, bei denen es sich in diesem Fall um die Romane „Falscher Frühling“, „Gibraltar“ und „Gegen die Zeit“ handelt, auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen. Auf einen Begriff. Es muss dann so etwas dabei herauskommen wie „Er ist der Dichter der beiden getrennten koreanischen Staaten“. Oder: „Hier haben wir den versiertesten aller literarischen Chronisten des deutschen Kleingartenwesens“. Oder: „Niemand porträtiert die Zerrissenheit der grönländischen Community in Sizilien so präzise wie er“. Es gibt übrigens niemanden, der dankbarer ist für solche Etikettierungen als der Verlag eines solcherart in Grund und Boden gelobten Autors. Gegen die Attacken mit den handelsüblichen Marken-Brandzeichen aus der verlagseigenen Marketing-Abteilung mag sich ein Autor vielleicht noch zur Wehr setzen können – gegen die frei Haus gelieferten Aufkleber aus Kritiker-Worten, die dann im Handumdrehn auch auf dem Buch pappen, hat er keine Chance mehr.

Es ist ja schon staunenswert, dass bislang noch keiner der nun immerhin schon drei Romane von Sascha Reh die so beliebte Frage nach den „autobiografischen Bezügen“ nahelegt. Eine Frage, die ja immer so tut, als sei es etwas Besonderes, wenn da ein Stück Leben, ein Stück Biografie zu einem Buch geronnen ist. Aber eine künstlerische Leistung liegt doch eher im gegenteiligen Fall vor, wenn also einer jenseits des bloßen, faktischen Lebens eine Welt erschafft, in und an der wir modellhaft die unsere erkennen, nur klarer, weniger verworren, nicht von ideologischen Trugbildern verstellt, sondern mit deutlich erkennbaren Kausalitäten, Abhängigkeiten und, wenn es gut bis sehr gut geht, den berüchtigten „eigentlichen Ursachen“. Wem als Schriftsteller nicht mehr einfällt als das bisher gelebte, eigene Leben, dem wird schon bald der Stoff ausgehen.

 

Doch Sascha Reh hantierte ja schon in seinem Debüt-Roman „Falscher Frühling“ mit einer derartigen Fülle an Stoff, dass andere sie in zwei bis drei Leben nicht zusammenbekommen hätten. Ein Roman, der in, am, beim, übers und mit dem Theater spielt, in einem Bewusstseinsspielraum von 30 bis 40 Jahren aber eine ganze Generation abhandelt. Eine Generation der protestierenden Weltveränderer, die bei ihrem propagierten Marsch durch die Institutionen unversehens zu Stützen der Gesellschaft erstarren sollten, zu besonders glaubwürdigen Reformatoren der alten Bundesrepublik wurden - und die sich am Ende nur als mehr oder minder unfreiwillige Turbolader eines entfesselten Kapitalismus erwiesen.

 

Lothar Lotman aber, der altgediente Schauspieler und Regietheaterregisseur und das Gravitationszentrum des „Falschen Frühlings“, kann wenigstens noch unsägliche Fernseh-Talkshows über die 80er-Jahre sprengen! Nur den „Torquato Tasso“, das Künstlerdrama schlechthin, Goethes Abrechnung mit einer Welt aus Widerständen, dieses Stück Selbstproduktion will einfach keiner mehr mit Lothar Lotman machen. Seine große Zeit ist vorbei. Er gehört ja zu jener Generation von Theatermachern, die sich die rabiat heutige Aneignung von Klassikern durch die Regie geradezu auf die Fahnen geschrieben hat, was das Herunterholen vom Klassikersockel selbstverständlich mit einschließt. Doch auch das Regietheater schützt ja nicht davor, dass aus dem permanenten Aufstand gegen Konventionen eine reine Konvention wird – das reinste Verödungsprogramm für die Bühnen der Gegenwart. Man muss gar nicht konservativ sein, um danach zu fragen, wer denn all die ganzen Seh- und Denkgewohnheiten eigentlich noch haben soll, die selbst das abgelegenste Stadttheater seit Jahrzehnten schon nachhaltig zu irritieren pflegt, mit immer denselben Mitteln, versteht sich. 

Sascha Rehs Roman bietet uns also einen abgehalfterten Regisseur und Lebensschauspieler im Leerlauf, der unter der großen, treuherzigen ‘68er-Chiffre von der „Selbstverwirklichung“ durch die Jahrzehnte gesegelt ist, worunter vorwiegend das eigene körperliche wie seelische Wohlbehagen zu verstehen ist. Am Ende ist es die Rolle des künstlerischen Genies, die Lotman für sich beansprucht, um auf nichts und niemanden Rücksicht nehmen zu müssen, weder auf Menschen noch auf Moral, weder auf  Frauen und Kinder noch auf Überzeugungen. Wir sehen aber auch, dass ihn seine Umwelt, Familie wie Freunde, jahrzehntelang darin bestärkt hat, wir sehen, dass Lotmans Ehefrau Emilie, die pragmatische Bühnenbildnerin, bei der es sich vielleicht sogar um die größere Kunstbegabung von beiden handelt, weil ja sie zum Festival nach Bogotá eingeladen wurde, vielsagend zu einer Museumsdesignerin geworden ist, so wie Lotman inzwischen nur noch einen Seriendarsteller fürs Fernsehen abgibt. Wir sehen Franziska, die viel zu kluge, weltweise Tochter der beiden, und den wissensmüden Ruben, der noch mehr über Spott und die Welt gegrübelt und abgehakt hat als sie. Wir sehen ausgerechnet diese beiden Verschlossenen dabei, wie sie sich einander öffnen eine halbe Nacht lang auf der dunklen Bühne des Duisburger Stadttheaters und übers Flirten nachdenken, sobald sie flirten. Franziska und Ruben, Lothar und seine so gerade noch vorhandene Geliebte Karina, Emilie und Philipp, der ihr Geliebter werden soll und nicht so genau weiß, ob er dasselbe will wie Emilie – Sascha Rehs Roman bietet lauter durchgespielte Paar-Konstellationen, mit denen das Scheitern zum Normalfall wird. „Falscher Frühling“ leuchtet in beinahe lehrbuchartiger Manier die Störfaktoren aus, die Menschen davon abhalten können, glücklich miteinander zu sein oder zu werden. Dieser Roman bebildert wie nebenbei die fatale Rolle der Verunsicherung von Menschen durch Menschen auf der Suche nach Sicherheit. Zum Glück aber, und das macht aus dem „Falschen Frühling“ eben mehr als ein Handbuch für angehende Paar-Therapeuten, träufelt Sascha Reh gleich zwei Elexiere derart wohldosiert in die Handlung, dass das Ganze eine unberechenbare Dynamik bekommt. Es sind – die Liebe und der Zufall. Der Zufall, der naturgemäß unwahrscheinlich ist und unglaublich, ein solcher Zufall macht es möglich, dass sich am Ende Vater, Mutter, Kind aufeinander zubewegen, und es ist nur dieser Zufall, der jene Liebe sichtbar macht, die wir eigentlich hinter diesem Aufeinanderzubewegen vermuten, als Antrieb, als so oft völlig verquer sublimierte Grundtatsache einer jeden Familie.

 

Um das alles noch deutlicher herauszupräparieren, geht dieser Roman gleich zweimal zu Ende – nach dem Schluss im Sonnenaufgang folgt eine Diskussion unter den Protagonisten, die das Prosa-Schauspiel, welches da gerade abgelaufen ist, zu deuten, in seinen Prozessen zu analysieren versuchen. Da ist manches auf den Begriff gebracht, was zuvor nur zwischen den Zeilen schwebte – aber eben nicht alles. Dieser Epilog mit doppeltem Bühnen- und Resonanzboden ist mitnichten eine Bevormundung des Lesers, wie es mancher Rezensent empfunden hat, sondern ein Diskussionsangebot, eine Einladung zur fortgesetzten Reflexion. Der große, fast schwindelerregende Kniff dieses theatralischen, aber durch und durch reflektierten Schlusses liegt darin, dass er klarmacht, wie wenig man einem raffinierten Kunstwerk wie diesem gerecht wird, wenn man einzelne seiner Bestandteile auf den Begriff bringt. Dieser Roman ist fast spielerisch gebaut wie ein Stück aus fünf Akten, er besteht aus lauter philosophischem Realismus und ist hautnah dem Leben angeschmiegt. Geschmeidig wie seine Sprache, die als Kontrapunkt zur komplexen Struktur des Textes daherkommt.

 

Aber selbst das konnte einen Journalisten nicht davon abhalten, Sascha Reh in einem Interview im Blick auf diese Figur nach dem Bezug zu seinem eigenen Leben fragen. Ich gestehe, ich bewundere die Gelassenheit, mit der unser heutiger Preisträger damals gesagt hat: „Als Student habe ich im Duisburger Stadttheater als Kartenabreißer, Garderobier und Hausmeistergehilfe gearbeitet.“

 

Diese Art der Recherche hätte für Sascha Rehs zweiten Roman erst recht nicht mehr gereicht: „Gibraltar“ macht sich – vordergründig – auf die Suche nach der seelischen Seite dessen, was einmal „Finanz-“ oder „Bankenkrise“ hieß, sich in Wahrheit aber nur den durchgebrannten Sicherungen eines auf Hochtouren heißgelaufenen Kapitalismus verdankte. „Gibraltar“ schildert den Niedergang der traditionsreichen, 150 Jahre alten Privatbank Alberts & Co. in den Strudeln der weltumspannenden Spekulationsblasen. Grund seines Untergangs ist eine Spielart des Banker-Casinos, die mit einigem Zynismus „Leerverkäufe“ genannt wird und auf den Niedergang ganzer Volkswirtschaften spekuliert. Weil sich aber die EU 2010 dazu entschließt, Griechenland zu retten, ist die Privatbank in die Pleite gerutscht, deren „sportliche“ Geschäfte, wie es kaum weniger zynisch heißt, Bernhard Milbrandt betreibt. Milbrandt, bei dem man ja nicht von ungefähr eine ganz ähnlich klingende, hochansteckende Infektionskrankheit mit im Ohr hat, ist eine von sechs Figuren, aus deren Sicht Sascha Rehs zweiter  Roman einen Blick auf das Geschehen wirft. Wiederum gilt auch in diesem Fall, frei nach Nietzsche: Die Wahrheit gibt es nicht, es gibt nur Perspektiven. Auf das, was man Wirklichkeit nennen könnte. Wie weit aber jede einzelne Perspektive (und auch jeder der beiden scheinbar faktenorientierten Zeitungsartikel, die einen Rahmen für diesen Roman abgeben) von der Wirklichkeit weg ist, lässt sich erst aus der Kenntnis der anderen Perspektiven ermessen. Da ist allen voran der Trader Bernhard Milbrandt, der jenseits seiner tödlichen Spekulation auch noch 40 Millionen für sich selbst auf die Seite geschafft hat, deponiert auf einem Bankkonto in Gibraltar. Auf dem Weg dorthin strandet Milbrandt in einer jener zahllosen Bauruinen, die nach dem Platzen der Banken- und Bau-Blase besonders in Spanien zurückblieben. Dort trifft er auf die wahren Opfer der globalen Kapital- und Profitmaximierung, die Kriegs- und Armutsflüchtlinge aus Afrika. Da ist der 74-jährige Johann Alberts, der die Bank aus Pflichtbewusstsein von seinem Vater übernommen hat, obwohl er lieber irgendwas mit Kunst gemacht hätte – und der nun, im Angesicht des Ruins seiner Bank, einen tödlichen Schlaganfall erleidet. Da ist Thomas, sein Sohn, der sich dem Bankgeschäft aus politischen Gründen verweigert hat und nun als Seelen- und Lebensberater all die Opfer des durchdrehenden Kapitalismus tröstet, am Smartphone, und mit Geldscheinpolstern in den Schuhen, damit seine Klienten nicht merken, dass er im Freien herumspaziert, mal in dieser, mal in jener europäischen Metropole. Einer, der seine Geschäfte mit den Opfern des Systems macht, weil er mit den Tätern nichts zu tun haben wollte.

Da ist Valerie, eine Klientin von Thomas, die an Schizophrenie-Schüben leidet, Stieftochter des Spekulanten Bernhard Milbrandt, die sich am Ende damit rächt, dass sie ihn vor Gericht mit Kunstblut überschüttet. Milbrandts Frau Carmen und Helene, die ehemalige Hochstaplerin und nunmehrige Bankierswitwe, vervollständigen das Bild zu einem neuerlichen Familienpanorama der hochkomplexen Art: Helene und Johann Alberts führen eine Ehe mit der emotionalen Wärme einer Tiefkühltruhe, die Beziehungen zwischen den Eltern und ihren Kindern sind, wie man hier mal zutreffend sagen kann – durch die Bank verkorkst. Und so scheint es, als würden sich zu der Familienkatastrophe des „Falschen Frühlings“ in „Gibraltar“ zwei weitere gesellen. Schließlich gleichen alle glücklichen Familien einander, wie wir seit Tolstois „Anna Karenina“ wissen, während jede unglückliche Familie auf ihre eigene Weise unglücklich ist. Aber für diese Familien hält der legendäre Zettelkasten von Niklas Luhmann den Begriff des Teilsystems bereit. So sehr manchem die Familie vorkommen mag wie eine Welt für sich, sie ist doch stets ein Miniatur-Spielfeld, auf dem eine Gesellschaft ihre Widersprüche und Spannungen hinein- und dann auch austrägt. Dabei gelingt es Sascha Reh, Familienleben, ja Familiengeschichte als immerzu hochkomplexes Geschehen zu zeigen, das von einer Vielzahl von Variablen vorangetrieben wird, schier unberechenbar im Ergebnis, korrigierbar nur in engen Grenzen, aber stets charakterformend, prägend. Familien sind derart komplexe Angelegenheiten, dass auf sie das Anna-Karenina-Prinzip zutrifft, demzufolge es sich um Unternehmungen handelt, bei denen die Vielzahl der Voraussetzungen bedingt, dass alle erfüllt sein müssen – bei Strafe des Scheiterns.

 

Familien sind demzufolge nur Sonderfälle für jene hochkomplexen Systeme, denen Sascha Rehs Interesse im Allgemeinen zu gelten scheint. Denn in seinem dritten Roman „Gegen die Zeit“ tritt alles Familiäre eher in den Hintergrund – zugunsten einer Perspektive, die sich auf den Einzelnen fokussiert, wenn sie sich nicht gerade auf die Gesellschaft als Ganzes weitet. „Gegen die Zeit“ spielt rund um die Entmachtung Salvador Allendes durch die CIA und chilenische Militärs und ist ein Bildungsroman in doppelter Hinsicht. Er schildert den gelingenden Bildungsgang eines zunächst etwas lethargischen jungen Deutschen namens Hans Everding – und den scheiternden des chilenischen Staates, dem es weder politisch noch wirtschaftlich gelingt, sich von den übermächtigen USA oder gar von der oligarchischen Wirtschaftsform Lateinamerikas zu emanzipieren. Dabei hatte man gerade in Chile unter Allende versucht, mit einer Frühform von rechner-gestützter Vernetzung die Wirtschaftsweise des Landes zu optimieren, indem man die verstaatlichten Betriebe per Datenleitungen miteinander verband. Die Atmosphäre des hoffnungsvollen technischen Fortschritts und der universellen Machbarkeit verbindet Sascha Reh mit der erwachenden Begeisterung eines jungen Mannes, der plötzlich begriffen zu haben scheint, wozu es sich zu leben lohnen könnte. Es scheint, als habe er gar Glück gefunden in der überschaubaren Gruppe des „CORFO“. Die versucht, beraten von einer englischen Koryphäe für Steuerungstechnik, Chiles Revolution zu retten, indem sie die Wirtschaft, also etwa die rund 400 Fabriken des Landes,  mit Hilfe der Kybernetik nach den Erfordernissen einer sozialen Gesellschaft zu formen, die zunächst darauf ausgerichtet wäre, die Subsistenz aller zu sichern statt den Profit einiger weniger. Sämtliche Wirtschaftsdaten des Landes sollen tagesaktuell in einer Zentrale in der Hauptstadt zusammenfließen, um die wirtschaftliche Produktion mit Hilfe dieser Daten und eines Rechnersystems zu regeln. Es entsteht ein allzu früher Vorläufer von heutigen Computernetzwerken.  Eine Arbeit mit utopischen Zügen, die in diesem Roman oft genug im Rückblick geschildert wird, aus den Folterkammern des Pinochet-Regimes vorzugsweise. Das Projekt ist zum Scheitern verurteilt, schon weil die USA Chile außenwirtschaftlich in die Bredouille bringen, weil die jahrhundertealte Oberschicht des Landes es versteht, ihre Interessen nicht nur zu wahren, sondern auch durchzusetzen. Es ist, gerade von heute aus betrachtet, die Aussichtslosigkeit dieses Kampfes, die ihn aus heutiger Sicht so sympathisch wie weltfremd wirken lässt. David gegen Goliath, Tapferkeit gegen die Übermacht des Faktischen – all das erzählt Sascha Reh im dunklen Licht des Scheiterns.

 

Dass dieses Wort jetzt nicht zum ersten zu vernehmen ist, heißt gar nichts. Es wäre grober Unfug, Sascha Reh etwa zum „Chronisten des schönen Scheiterns“ auszurufen, nichts liegt mir ferner. Aber nur wenige Autoren seiner Generation sind in der Lage, das Scheitern komplexer Systeme so präzise, so elegant, so kundig zu beschreiben. Sie haben, wenn Sie so wollen, hierin einen ungemein inhaltlichen Grund, warum Sascha Reh den Literaturpreis Ruhr voll und ganz verdient hat, auch jenseits der Tatsache, dass er im Revier geboren und aufgewachsen ist. An seinen Romanen könnte das Ruhrgebiet lernen, dass das Anna-Karenina-Prinzip nicht nur für Familien, sondern auch für Regionen gilt: Es müssen verflixt viele Voraussetzungen erfüllt sein, damit im Ruhrgebiet einmal etwas klappt. Leider haben noch nicht alle Akteure zwischen Duisburg und Dortmund begriffen, dass dafür ALLE Voraussetzungen erfüllt sein müssen – und nicht nur diejenigen, um die sich die anderen zu kümmern haben.

Sascha Reh haben wir – neben all seinen literarischen Verdiensten, die der Literaturpreis Ruhr würdigt – für die Erinnerung daran zu danken. Ihnen wiederum danke ich für Ihre Aufmerksamkeit.

 

                                                                                                  Jens Dirksen