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30.09.14
29.10.2014, 20 Uhr, Duisburg: Bodo Kirchhoff liest aus und spricht über "Verlangen und Melancholie". Moderation Hubert Winkels

Eine Veranstaltung der Reihe "Von Sinnen. Eros und Illusion in der Literatur"

In Kooperation mit der Stadtbibliothek Duisburg

Mittwoch, 29. Oktober 2014, 20 Uhr
Stadtbibliothek Duisburg
Düsseldorfer Str. 5 7
47051 Duisburg

Eintritt: 6/8 € (Vorverkauf/Abendkasse)
Karten unter 02 03.28 34 21 8 oder unter stadtbibliothek@stadt-duisburg.de
duisburg.de/stadtbib

 

Hinrich, dem ein „e" zum eleganteren Heinrich fehlt, findet an einem sonnigen Maitag einen Brief mit schwarzem Rand in seinem Briefkasten. Wer mag da gestorben sein? Hinrich wagt nicht, den Umschlag zu öffnen. Seit seine Frau vor neun Jahren bei einem Sturz aus 43 Metern Höhe ums Leben gekommen ist, lebt er allein. Seine Zeit als Kulturkorrespondent bei einer großen Frankfurter Zeitung liegt hinter ihm. Und so gehören seine Tage den Erinnerungen an Irene, der geliebten Mutter seiner Tochter Naomi, der Übersetzerin anspruchsvoller italienischer Literatur.

Da gab es die gemeinsamen Sommer in Italien, ihre Reisen nach Pompeji. Und ihre Liebe zum Kino; sie mochten das Schwermütige der Schwarzweißbilder, aber ließen sich auch verführen von etwas Leichtem. Doch was geschah wirklich vor neun Jahren, vor ihrem Sturz? Und was steht in diesem Brief mit dem schwarzen Rand? Aufklärung bringt erst eine Reise nach Warschau, wo Hinrich sowohl das Leben mit Irene als auch die Zeit mit einer Geliebten in einer Weise einholt, die alles auf den Kopf stellt, woran er geglaubt hat.

„Verlangen und Melancholie", der neue große Roman von Bodo Kirchhoff, ist ein mit hintergründiger Spannung geladener Roman, der den Leser mitnimmt auf eine Spuren- und Sinnsuche, bei der der Held die Wahrheit über den Tod seiner Frau erkennt. Bodo Kirchhoff erzählt dabei auch vom Älterwerden, ohne dass die Wünsche mitaltern, von einem ewig jungen Verlangen und einer letztlich hilfreichen Melancholie.
Ein Meisterwerk für Ent-Täuschte, deren Herz dennoch schlägt. Bodo Kirchhoff hat das unmöglich Scheinende geschafft und der Liebe zur Sprache verholfen. Mit ungeheurem Gespür für Zwischentöne zeigt uns Kirchhoff Horizonte und Abgründe der Liebe, scheinen Facetten auf von Liebesversuchen, Facetten des Begehrens, des Alltags, des Glücks und Scheiterns seiner Liebenden.

Bodo Kirchhoff, geboren 1948, lebt in Frankfurt am Main und am Gardasee. Zuletzt erschien sein von der Kritik und vom Publikum gleichermaßen gefeierter Roman „Die Liebe in groben Zügen“ (2012). bodokirchhoff.de

Hubert Winkels studierte Germanistik und Philosophie und promovierte über deutsche Gegenwartsliteratur. Seit 1988 ist er als Literaturkritiker für die ZEIT tätig und seit 1997 Literaturredakteur des Deutschlandfunks in Köln. 2007 wurde Winkels mit dem Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik ausgezeichnet. Er ist Juror beim Ingeborg-Bachmann-Preis und Mitglied im PEN-Zentrum Deutschland. Hubert Winkels veröffentlichte zuletzt „Kann man Bücher lieben? Vom Umgang mit neuer Literatur“.