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26.07.13
Fr, 18.10.13, 20 Uhr: Christoph Ransmayr liest aus "Atlas eines ängstlichen Mannes"

Eine Veranstaltung der Reihe "Café Schlaflos"

In Kooperation mit der Stadtbibliothek Essen

Zwischen vier und 18 Seiten sind sie lang, die 70 Episoden aus dem „Atlas eines ängstlichen Mannes“ von Christoph Ransmayr und allesamt beginnen sie mit den magischen Worten „Ich sah…“. Und jedes Mal wird man durch diesen Anfang in eine Geschichte hineingezogen, die von inneren Reisen ebenso handelt wie von denen in die äußere Ferne und Nähe. „Ich sah eine gedeckte Tafel im Mannschaftsraum des russischen Eisbrechers Kapitan Dranitsyn. Das Schiff lag mit gestoppten Maschinen so still im hocharktischen Packeis, daß aus keinem der zwölf auf das Glück eines lächelnden Mannes erhobenen Gläser auch nur ein Tropfen schwappte.“

Christoph Ransmayr nimmt uns mit auf Reisen in den Schatten der Vulkane Javas oder ins Berliner Reichstagsgebäude, in den Weltraum, in die Südsee, über die Stromschnellen des Mekong. Eine Reise mit dem Titel „Reviergesang“ führt beileibe nicht ins Ruhrgebiet, sondern zu einem walisischen Birdwatcher an die Chinesische Mauer.
Episode um Episode fügt sich zu einem Weltenbuch, das in atemberaubenden Bildern Leben und Sterben, Glück und Schicksal der Menschen vermisst.
Ransmayr im Interview: „Am Ende jeder Episode holt der Erzähler Atem, setzt nach kurzen oder längeren Pausen mit einem ‚Ich sah…’ von neuem an und versetzt sich selbst und seine Zuhörer oder Leser allein nach den Gesetzen der freien Assoziation an einen anderen, weit entfernten oder allernächsten Ort.“

Christoph Ransmayr wurde 1954 in Wels/Oberösterreich geboren und studierte Philosophie in Wien, wo er nach Jahren in Irland und auf Reisen wieder lebt. Neben seinen Romanen „Die Schrecken des Eises und der Finsternis“, „Die letzte Welt“, „Morbus Kitahara“ und „Der fliegende Berg“ sowie dem zuletzt veröffentlichten „Atlas eines ängstlichen Mannes“ erschienen bisher zehn Spielformen des Erzählens, darunter „Der Weg nach Surabaya“, „Geständnisse eines Touristen“ und „Der Wolfsjäger“.
Für seine Bücher, die in mehr als dreißig Sprachen übersetzt wurden, erhielt er zahlreiche literarische Auszeichnungen, unter anderem die nach Friedrich Hölderlin, Franz Kafka und Bert Brecht benannten Literaturpreise, den Premio Mondello und, gemeinsam mit Salman Rushdie, den Prix Aristeion der Europäischen Union.

Freitag, 18. Oktober 2013, 20 Uhr
Zentralbibliothek Essen, Hollestraße 3 (Gildehof), 45127 Essen
Eintritt: 6/8 € (Vorverkauf/Abendkasse)
Karten unter 02 01.88 42 42 0, per Fax unter 02 01.88 42 00 3 oder unter info@stadtbibliothek.essen.de
Kartenreservierung empfohlen
www.stadtbibliothek-essen.de