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7.09.17

8.9.2017, 20 Uhr, Zentralbibliothek Duisburg: Nora Bossong liest aus "Rotlicht" und spricht mit Gabriele von Arnim

Eine Veranstaltung im Rahmen der Reihe "Über Leben! Von der Hoffnung auf Zukunft"

In Kooperation mit der Stadtbibliothek Duisburg

"Rotlicht" -
Nora Bossong liest aus ihrer literarischen Reportage und spricht mit Gabriele von Arnim

In Kooperation mit der Stadtbibliothek Duisburg

Freitag, 8. September 2017, 20 Uhr
Zentralbibliothek, Steinsche Gasse 26, 47051 Duisburg
Eintritt: 7/9 € (Vorverkauf/Abendkasse)
Karten im Vorverkauf in der Zentralbibliothek (während der Öffnungszeiten), keine telefonischen Reservierungen
stadtbibliothek-duisburg.de

Als Kind faszinierte Nora Bossong die rot lackierte Tür eines schmuddeligen Sexshops in Bahnhofsnähe, verbargen sich hinter dieser Tür doch fremde Welten, zu denen sie keinerlei Zugang hatte. Als junge Frau nun wagt sie sich vor in jene Geheimzonen, in denen die nackte Lust harte Arbeit ist und Sexualität und Kapitalismus aufeinanderprallen.
Ein Jahr lang erkundet Nora Bossong die Welt des Rotlichts, mal in Begleitung männlicher Freunde, mal allein. Sie steht am Salat-Buffet eines Swingerclubs und trifft harmlose Studenten bei Dildo-Präsentationen. Sie befragt Frauen vom Strich, für Verrichtungsboxen zuständige Verwaltungsangestellte und stellt sich nicht nur in Wohnungsbordellen, Saunaclubs und Laufhäusern die Frage, warum das Rotlichtmilieu die Wollust nur an den Mann bringen will – und niemals an die Frau.
Nach einem Jahr des Entdeckens auch des eigenen Begehrens und dessen Grenzen bleibt das Fazit, ›dass echtes Begehren eine Geschichte braucht, die wir in unserem Gegenüber zu erkennen haben‹. Hinter dem großen Geschäft aus käuflichem Sex und dem Versprechen auf immerwährende Verfügbarkeit von Körpern, steht eine hochkomplexe Dienstleistungs-Maschinerie, die bestimmt, wer welche Träume haben und ausleben darf, und wer ihrer Erfüllung bis zur Selbstaufgabe dienen muss.

Nora Bossong, geboren 1982 in Bremen, studierte Kulturwissenschaften, Philosophie und Literatur. Zuletzt erschienen die Reportage ›Schnelle Nummer‹ und der Roman ›36,9 °‹. Journalistische Arbeiten veröffentlichte sie in der ZEIT, der FAZ und der taz. Sie wurde u. a. mit dem Peter-Huchel-Preis, dem Kunstpreis Berlin und dem Roswitha-Preis ausgezeichnet. Nora Bossong lebt in Berlin.

Dr. Gabriele von Arnim arbeitete als freiberufliche Journalistin in New York, war US-Korrespondentin für die Kunstzeitschrift ›art‹, für diverse deutsche Zeitungen, für den Hörfunk und Moderatorin für ARTE, den SWR und das Schweizer Fernsehen. Im Juli 2017 veröffentlichte sie gemeinsam mit anderen Autorinnen und Journalistinnen das Buch ›Was tun – Demokratie versteht sich nicht von selbst‹. Gabriele von Arnim lebt in Berlin.