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17.01.17

1.2.2017, 14.30 Uhr, Schwerte: „‘Wie du redest!‘ (Kultur, Mentalität, Sprache) - Workshop zu Literatur & Sprache im Ruhrgebiet mit Feridun Zaimoglu (Autor), Andreas Rossmann (FAZ) und Gerd Herholz (Literaturbüro Ruhr e.V.)

Im Rahmen der Tagung „Dem Bergbau sein Erbe“ in Haus Villigst, Schwerte

1. Februar 2017 ab 14.30 Uhr:

„‘Wie du redest!‘ (Kultur, Mentalität, Sprache) - Workshop zu Literatur & Sprache im Ruhrgebiet mit Feridun Zaimoglu (Autor), Andreas Rossmann (FAZ) und Gerd Herholz (Literaturbüro Ruhr e.V.)

 

Während des Workshops wird es nicht nur um Feridun Zaimoglus auch in Duisburg spielenden Roman „Ruß“ gehen, sondern auch um die Frage, welche Impulse die Literatur dem Bergbau, der Arbeitswelt im Allgemeinen verdankt.

Von Max von der Grün bis zu Ralf Rothmann war der Bergbau, das Leben der Bergmannsfamilien immer wieder der Stoff, aus dem Literaten ihre Funken schlugen.

Insbesondere die Dortmunder Gruppe 61 und der Werkkreis Literatur der Arbeitswelt lieferten wichtige Beiträge zur Literaturgeschichte der jüngeren Bundesrepublik Deutschland. Sie brachten das Bergbau-Milieu ebenso zur Sprache wie die Mentalität der Stahlarbeiter.

Die sogenannte ‚Ruhrgebietssprache‘ allerdings wurde nur selten literaturfähig. Heutzutage scheint sie vor allem Folklore zu sein und belebt das hiesige Kabarett und die Kleinkunst.

Und wie lebt es sich heute als Literat, als Literatin im Ruhrgebiet?

Was bedeutet das Leben im Ruhrgebiet heute für Schriftsteller? Wird es zur Fund – oder zur Fallgrube?

Frank Goosen und Ralf Thenior etwa sind hiergeblieben und haben Erfolg. Die Lyrikerin Barbara Köhler kam gar über Chemnitz und Leipzig nach Duisburg, die Krimi-Literatur im Ruhrgebiet blüht rund um den Dortmunder Grafit Verlag.

Aber es gab auch andere Sichten aufs Revier:

„Eines Tages bin ich aus dem Ruhrgebiet getürmt ...“, schrieb Nicolas Born in einem autobiographischen Text schon in den 70er-Jahren, und er war nur einer von mehreren hochbegabten Literaten, die von hier Reißaus nahmen.

Marion Poschmann, in Essen aufgewachsene Trägerin des Literaturpreises Ruhr 2005, verriet bei der Pressekonferenz: Sie würde gerne von Berlin an die Ruhr zurückkehren, aber das könne sie sich nicht leisten. Hier sei sie von vielen Arbeitsmöglichkeiten, von Verlagen, Sendern, Stipendien abgeschnitten, da biete Berlin nun einmal dutzendfach mehr Möglichkeiten.

 

Es scheint, als ob es den Autoren, der Literatur, der Literaturförderung längs der Ruhr an vielem fehlt - aber das muss ja nicht so bleiben.