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14.09.15

18.9.15, 19 Uhr 30, Dortmund: Katja Lange-Müller liest aus "Drehtür" und anderen Texten, Eckard Koltermann an Bassklarinette & Saxophon

Eine Veranstaltung der Reihe "ruhrSpott"

In Kooperation mit dem Literaturhaus Dortmund

Freitag, 18. September 2015, 19.30 Uhr
Literaturhaus Dortmund
Neuer Graben 78, 44139 Dortmund

Eintritt: 6/8 € (Vorverkauf/Abendkasse)
Karten unter 0 20 43.99 26 44 (Literaturbüro Ruhr)
literaturhaus-dortmund.de

 

 

‚Böse Schafe‘ hieß Katja Lange-Müllers letzter Roman, immer getragen von einem Ton, der auch in tragischen Momenten das Komische in all seinen Varianten entdeckt; dass dabei auch immer das geliebte Berlin verspottet wurde, versteht sich von selbst. Nun wird im Frühjahr 2016 der Roman ‚Drehtür‘ folgen. Nach Jahren der Arbeit bei ‚Ärzte ohne Grenzen‘ in Entwicklungsländern und an Katastrophenschauplätzen ist Krankenschwester Asta Arnold am Münchner Flughafen gelandet – und gestrandet. Asta steht wartend und Kette rauchend neben einer Drehtür, einem abseits gelegenen Ein- und Ausgang des Airports ‚Franz Joseph Strauß‘. Sie streift umher, sieht Menschen, die sie an andere erinnern. Schließlich erkennt sie in einem Passanten den, der ihr einst der Wichtigste, der „Lebensmensch“ war. Laut spricht Asta auch ihn nicht an, nur in Gedanken, die sich synkopisch zu Rückblenden weiten – oder zu Phantasien? Die Übergänge sind fließend, doch Glaubhaftigkeit und Logik ihrer Begegnungen und Erinnerungen, die je eine Geschichte ergeben, werden mit jeder Episode geringer.

Katja Lange-Müller, geboren 1951 in Berlin-Lichtenberg. Neun Jahre Schule an der 19. Oberschule Berlin-Friedrichshain. Relegation wegen ‚unsozialistischen Verhaltens‘. Sie war sechs Jahre pflegerische Hilfskraft auf geschlossenen psychiatrischen Frauenstationen in der Berliner Charité und im Fachkrankenhaus für Neurologie und Psychiatrie, Berlin-Herzberge. Studium am Institut für Literatur Johannes R. Becher in Leipzig; danach Studienaufenthalt in der Mongolischen Volksrepublik und Arbeit in der Teppichfabrik Wilhelm Pieck in Ulan-Bator. 1984 Übersiedlung nach Westberlin. 1986 erste Veröffentlichung, ‚Wehleid – wie im Leben‘. Seitdem viele Veröffentlichungen und Preise, u. a. Wilhelm-Raabe-Literaturpreis und Kleist-Preis.

Eckard Koltermann lebt und arbeitet in Wanne-Eickel. Nach Studien der vergleichenden Musikwissenschaften in Berlin und einem Instrumentalstudium auf der Bassklarinette in Amsterdam wandte er sich der Komposition zu und schrieb Big Band Jazz, Musik für Theater, Tanztheater, Film sowie drei Kammeropern. Als Musiker spielte er auf internationalen Festivals. Seine Musik bewegt sich zwischen dem Spiel auf Bassklarinette/Saxophon und der Tätigkeit als Komponist. Seine Leidenschaft gilt der klanglichen Umsetzung von literarischen Vorlagen zwischen konventioneller Gedichtvertonung und experimenteller Performance.