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23.09.10

4. Nov., 20 Uhr: Prof. Butterwegge und MdB Marco Bülow in der Waschkaue der Kokerei Hansa

Armut in Deutschland? Perspektiven einer Kritik des Neoliberalismus

Vortrag und Gespräch mit Prof. Christoph Butterwegge und Marco Bülow

Armut in Deutschland? Perspektiven einer Kritik des Neoliberalismus

Vortrag und Gespräch mit Prof. Christoph Butterwegge und Marco Bülow

Donnerstag, 4. November 2010, 20 Uhr
Kokerei Hansa, Waschkaue; Emscherallee 11, 44369 Dortmund-Huckarde
Eintritt: 3/ 7 € (ermäßigt/Abendkasse & Vorverkauf)
Karten-Tel. 02 31. 93 11 22 33 oder per E-Mail: info@industriedenkmal-stiftung.de
www.industriedenkmal-stiftung.de

In Kooperation mit der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur

"Neoliberalismus" steht für eine seit den 1930er-Jahren entstandene Lehre, die den Markt als Regulierungsmechanismus gesellschaftlicher Entwicklungs- und Entscheidungsprozesse verabsolutiert. (...) Das gesellschaftspolitische Projekt des Neoliberalismus strebt nach einem Kapitalismus ohne wohlfahrtsstaatliche Begrenzungen. (...) Das neoliberale Denken ist in fast alle Lebensbereiche eingedrungen und seine Hegemonie, d.h. öffentliche Meinungsführerschaft des Marktradikalismus, deshalb nur schwer zu durchbrechen." Das schreiben Prof. Christoph Butterwegge und seine Ko-Autoren Lösch und Ptak 2007 in ihrem Buch "Kritik des Neoliberalismus". Der Marktfundamentalismus, auch als politische Praxis, flankiert ungebrochen asoziale Marktwirtschaft und duldet selbst nach dem Finanz-Crash und der Spekulation gegen den griechischen Staat kaum öffentlichen Widerspruch. Fakt ist: Neben den Bilanzen triumphieren hierzulande die Lobbyisten und Ideologen.

Auf vielen Ebenen erzeugen sie "strukturelle Gewalt", manipulieren Biografien, an denen abzulesen ist, dass den meisten Bürgern einer Gesellschaft genau die sozialen, kulturellen, geistigen und körperlichen Möglichkeiten vorenthalten werden, derer es bedarf, um sich als Persönlichkeiten zu entfalten.

So schrieb die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (waz) bereits am 13.3.09: "Kindersterben durch Finanzkrise. Die Weltgesundheitsorganisation (who) befürchtet, dass bis 2015 bis zu 2,8 Millionen Kinder wegen der Auswirkungen der Finanzkrise sterben werden. Die Krise verursache dramatische Engpässe in den Gesundheitssystemen armer Länder (...)."

Und lokal? Gelder für Soziales, Bildung und Kultur werden gestrichen, soziale Einrichtungen werden abgewickelt oder darben chronisch unterfinanziert, die von ihnen abhängigen gesellschaftlich Ausgegrenzten bleiben immer öfter perspektivlos. Wohin führt in Deutschland die neue Apartheid von Reich und Arm, nachdem der schlanke Staat sich immer mehr als hilfloser Staat entpuppt?

Prof. Dr. Christoph Butterwegge, geboren 1951 in Albersloh/ Westfalen, beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit der Geschichte der Sozialdemokratie, mit Fragen der Staatstheorie sowie mit den Themen Friedensbewegung, (Jugend-)Gewalt und Migration und Integrationspolitik. Er lehrt Politikwissenschaften an der Universität zu Köln und ist gleichzeitig Mitglied der Forschungsstelle für interkulturelle Studien. 2009 erschien u. a. "Armut in einem reichen Land. Wie das Problem verharmlost und verdrängt wird".
Mehr unter www.christophbutterwegge.de.vu

Marco Bülow studierte Journalistik, Geschichte und Politikwissenschaft. Er arbeitete als freier Journalist und ist Mitglied des Deutschen Bundestages, seit 2009 stellvertretender Energiepolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion. Von Marco Bülow erschien bei ECON das Sachbuch "Wir Abnicker. Über Macht und Ohnmacht der Volksvertreter".