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27.08.10

15.9., 20 Uhr: György Dalos, Ranjit Hoskoté & Hubert Winkels unsere Gäste im Museum Bochum

„Kampfabsage. Kulturen bekämpfen sich nicht – sie fließen zusammen“: György Dalos und Ranjit Hoskoté im Gespräch mit Hubert Winkels

Kampfabsage. Kulturen bekämpfen sich nicht – sie fließen zusammen“:
Ilija Trojanow und Ranjit Hoskoté im Gespräch mit Hubert Winkels
Ein Abend in deutscher und englischer Sprache, gedolmetscht von Nadine Dönike
In Kooperation mit der Literarischen Gesellschaft Bochum und dem Museum Bochum

Eine eigene Identität vor allem durch Abgrenzung definieren zu wollen, ist unsinnig, weil unmöglich. Der Versuch, kulturelle Scheinreinheit zu bewahren, indem man ‚schädliche’ Einflüsse von außen unterdrückt, muss scheitern. In ihrem Buch „Kampfabsage“ zeigen Ilija Trojanow und Ranjit Hoskoté, dass das Zusammenfließen von Kulturen ein historisches ‚Naturgesetz‘ ist. Es ist ein dynamischer Prozess, der kulturelle Identität und Zivilisation überhaupt erst ermöglicht. Die Autoren behaupten nicht, dass das Zusammenfließen von Kulturen als stets friedliche Vereinigung geschehe, bei der die eine Kultur die andere freudig umarme. Aber sie werden zusammenfließen, ob uns das passt oder nicht. „Denn das Trennende ist eine momentane Differenz, eine Flüchtigkeit der Geschichte“, dieser Text scheint auf, wenn man unter der Adresse www.ilija-trojanow.de dessen Homepage aufruft.

Ranjit Hoskoté wurde 1969 in Mumbai (Bombay) geboren. Nach Stipendien an der Universität von Iowa und in der Villa Waldberta, München, veröffentlichte er in Zeitungen und Magazinen, darunter Poetry Review (London), The New Strait Times (Kuala Lumpur). Er ist u.a. Träger des Sanskriti Award for Literature. Hoskoté arbeitet als ein in Englisch schreibender Dichter und Schriftsteller, als Kunst-Kurator, Kulturjournalist und Sekretär des indischen P.E.N.-Clubs. Bei Hanser erschienen seine Gedichte „Die Ankunft der Vögel“. Mehr unter specials.hanser.de/lyrikkabinett/hoskote/index.asp?task=4

György Dalos, geboren 1943 in Budapest, ist ungarischer Schriftsteller und Historiker und lebt heute in Berlin. 2010 Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung.
Die Kindheit verbrachte Dalos bei seiner Großmutter, da sein Vater 1945 an den Folgen des Arbeitslagers starb, in das man ihn wegen der jüdischen Herkunft der Familie verbracht hatte. Von 1962 bis 1967 studierte Dalos Geschichte an der Lomonossow-Universität Moskau und arbeitete anschließend als Museologe in Budapest. 1964 erschien sein erster Gedichtband. Wegen „maoistischer Umtriebe“ wurde Dalos 1968 zu einer siebenmonatigen Haftstrafe verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Nach Verhängung eines Berufs- und teilweisen Publikationsverbots war Dalos als Übersetzer tätig. 1977 gehörte er zu den Mitbegründern der demokratischen Oppositionsbewegung in Ungarn. 1988/89 gehörte er zur Redaktion der ostdeutschen Untergrundzeitschrift Ostkreuz. Von 1995 bis 1999 war er Leiter des „Hauses Ungarn“ in Berlin. Dalos ist Korrespondierendes Mitglied der Sächsischen Akademie der Künste. Er lebt inzwischen als freier Autor in Berlin und ist Mitherausgeber der deutschen Wochenzeitung Freitag. Seit 2009 vertritt György Dalos Ungarn im Internationalen Rat des Vereins Österreichischer Auslandsdienst.
Einige seiner Bücher erschienen übersetzt in England, Frankreich, Dänemark, Schweden, Japan, Türkei, Portugal, Russland, Australien, Israel, den USA und den Niederlanden.
Werke (in Auswahl):
Mein Großvater und die Weltgeschichte. Eine Dokumontage. Berlin 1984.
Die Reise nach Sachalin. Auf den Spuren von Anton Tschechow. Hamburg 2001.
Seilschaften. Roman. Köln 2003.
Ungarn in der Nussschale. Geschichte meines Landes. München 2004.
Jugendstil. Roman. Berlin 2007.
Der Vorhang geht auf. Das Ende der Diktaturen in Osteuropa. Verlag C. H. Beck, München 2009.

Die Lesung moderiert Dr. Hubert Winkels. Er ist seit 1988 als Literaturkritiker für die ZEIT tätig. Seit 1997 arbeitet er als Literaturredakteur im Deutschlandfunk und ist ein sehr gern gesehener Gast des Literaturbüros Ruhr. Hubert Winkels veröffentlichte zuletzt „Der Stimmen Ordnung. Über Thomas Kling“ und in diesen Tagen „Kann man Bücher lieben? Vom Umgang mit neuer Literatur“. 2007 wurde Winkels mit dem Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik ausgezeichnet.

Nadine Dönike ist Diplomdolmetscherin für Englisch und Französisch.



Mittwoch, 15. September 2010, 20 Uhr
Museum Bochum, Kortumstraße 147, 44787 Bochum
www.bochum.de/kunstmuseum
Eintritt: 5/9 Euro (ermäßigt/Abendkasse & Vorverkauf)
Karten-Tel. 02 34. 32 22 56 7 (Lit. Gesellschaft)