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2.01.10

2.1.2010: Unser "Stimmenwechsel" erschienen - Poesie längs der Ruhr

Literaturbüro Ruhr e.V. und Klartext Verlag stellen zu Beginn des Kulturhauptstadtjahres „Stimmenwechsel“ vor – ein spannendes Lesebuch mit 73 Gedichten aus dem und übers Ruhrgebiet und elf Versuchen über die Lust, Lyrik zu lesen

Literaturbüro Ruhr e.V. und Klartext Verlag
stellen zu Beginn des Kulturhauptstadtjahres „Stimmenwechsel“ vor –
ein spannendes Lesebuch mit 73 Gedichten aus dem und übers Ruhrgebiet und elf Versuchen über die Lust, Lyrik zu lesen

Gerd Herholz (Hg.): Stimmenwechsel. Poesie längs der Ruhr
152 Seiten, Festeinband mit Schutzumschlag, 14,95 EUR
Klartext Verlag Essen 2010
ISBN 978-3-8375-0292-3

Mit Beiträgen unter anderem von und über Ernst Meister, Günter Westerhoff, Liselotte Rauner, Hannelies Taschau, Nicolas Born, Ralf Thenior, Uli Becker, Marion Poschmann, Mevlüt Asar, Giuseppe Giambusso, Sigrid Kruse, Ralf Rothmann, Ivette Vivien Kunkel, Katharina Bauer, Greta Granderath, Fritz Eckenga, Günter Nehm, Herbert Kaiser, Ralph Martin Köhnen, Gerd Herholz, Thomas Gsella, Jens Dirksen und Roger Willemsen.

Gefördert vom Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen.

Gefördert von der Kunststiftung NRW.
Rezensionsexemplare können beim Verlag angefordert werden:
Kathrin Butt, 0201/86206-31, butt@klartext-verlag.de

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Mit dem Ruhrgebiet verbindet man heute mehr Schriftsteller denn je. Kaum beachtet allerdings wird die Lyrik, die im Ruhrgebiet geschrieben wurde und wird, nur wenige kennen ihre Traditionen oder jungen Stimmen.

Das möchte das Literaturbüro Ruhr e.V. gerne ändern und schrieb deshalb im Sommer 2009 mit der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) den Gedichtwettbewerb „Traurige Hurras und freche Verse“ aus, an dem sich jeder Teilnehmer mit maximal drei Gedichten beteiligen konnte. Wir wollten aber nicht allein auf das Eintreffen guter oder schlechter Gedichte warten, sondern lasen Gedichtbände von den späten 50er Jahren bis heute, schrieben Lyrikerinnen und Lyriker an und baten auch sie um die Zusendung von Gedichten.
Darüber hinaus luden wir Autorinnen und Autoren, Journalisten und Literaturwissenschaftler ein, uns Annäherungen/Meditationen/Interpretationen zu Gedichten von Autoren zu schreiben, die dem Ruhrgebiet auf die eine oder andere Art verbunden waren oder sind. Die Interpreten haben sich „ihre“ Gedichte dann frei gewählt.

Die Anthologie „Stimmenwechsel. Poesie längs der Ruhr“ vermittelt mit ihren 73 Gedichten aus und zur Region und den elf Interpretationen zu 15 dieser Gedichte einen Eindruck in die unterschiedlichen Bewusstseinsströme, Schreibweisen, Traditionen und Perspektiven einiger Bewohner dieses Landstrichs.

Die Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen finden wir in den Gedichten junger und älterer Autoren, in den Texten von Frauen und Männern, Migranten und Flaneuren, Insidern und Außenseitern. „Stimmenwechsel“ präsentiert Liebesgedichte zwischen Illusion und Enttäuschung, Augenblicksgedichte, Reisegedichte, komische Gedichte, Sprachartistisches, Hermetisches, politische Gedichte. Auch Gedichte zur (Erinnerung an eine verlorene) Arbeitswelt oder Heimat gehören in diesen Band, sofern sie nicht Agitprop liefern oder nur Gutmeinendes, sondern existenzielle Erfahrungen von Menschen bei der Arbeit oder ohne feste Heimat gekonnt formulieren. So finden sich in „Stimmenwechsel“ Texte und Autoren, die (auch) von dieser Region stark geprägt wurden, diese innerlich wie äußerlich kartografierten, die der Region auf den Grund gingen, um von da aus in die ganze Welt, auch die der Sprache einzutauchen.

Der Titel der Anthologie wurde inspiriert durch „Stimmbruch“, ein Gedicht Ellen Widmaiers. Ein Synonym dafür ist Stimmwechsel – und „Stimmenwechsel“ ist der Begriff, der prägnant die Veränderungen in der Lyrik des Ruhrgebiets beschreibt. Einige ältere Stimmen sind verstummt, einige sind reifer geworden oder klingen anders als gewohnt. Neue Stimmen sind hinzugekommen und viele junge Stimmen bilden sich erst heraus oder stehen mitten in der Entwicklung. So oder so: Eine neue Vielfalt ist zu hören mit spannenden Tönen, Tonlagen, Melodien, Rhythmen und Klangfarben. In den 73 Gedichten kann man sich durchlesen zu Menschen, Mentalitäten und Milieus. Und mit den elf Annäherungen/Interpretationen lernt man nicht nur die Welten der Gedichte kennen, sondern eben auch Gedichte als eigene Welten.