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5.11.09

5.11.09, 20 Uhr: Erich Fried in den Erinnerungen Catherine Frieds

Donnerstag, 5. November 2009, 20.00 Uhr

Kultur- und Stadthistorisches Museum Duisburg, Johannes-Corputius-Platz 1

 

„Über kurz oder lang“: Lesung und Gespräch in englischer und deutscher Sprache

Moderation: Gerd Herholz; Dolmetscher: Roy Kift; Sprecherin der deutschen Texte: Maria Neumann

CATHERINE FRIED ERINNERT SICH AN ERICH FRIED

„Über kurz oder lang“: Lesung und Gespräch in englischer und deutscher Sprache

Moderation: Gerd Herholz; Dolmetscher: Roy Kift; Sprecherin der deutschen Texte: Maria Neumann

Donnerstag, 5. November 2009, 20.00 Uhr

Kultur- und Stadthistorisches Museum Duisburg, Johannes-Corputius-Platz 1

Eintritt/ Vvk. 5 €; Kartenreservierung empfohlen
Karten-Tel. 0 20 43. 99 26 44 oder unter verena.geiger@stadt-gladbeck.de

„Ich fand ihn ziemlich klein, ziemlich dick und ziemlich hässlich“, schreibt Catherine Fried, britische Bildhauerin und dritte Ehefrau über ihren ersten Eindruck von Erich Fried in ihrem Buch „Über kurz oder lang. Erinnerungen an Erich Fried“. Dennoch erlag sie seinem heftigen Werben, hatte sie doch erlebt, „dass auch ein ziemlich kleiner, ziemlich dicker und ziemlich hässlicher Mann attraktiv sein konnte, besonders, wenn er klug und charismatisch und noch dazu freundlich und warmherzig war.“

Ihre Erinnerungen zeichnen nicht das Bild des heroischen und politischen Dichters Fried und stellen auch nicht sein umfassendes Werk in den Vordergrund. Sie werfen einen Blick auf den Ehemann, Vater und Gastgeber Erich, der morgens um sechs bereits 16 Gedichte geschrieben hatte und dessen Familie völlig überfüllt war mit Kindern, Halbgeschwistern, Viertelbrüdern, ehemaligen Ehefrauen und natürlich seiner Mutter Nellie. Catherine Fried entführt die Zuhörer in ihr Alltags-Leben inmitten fremder und bekannter Genossen (wie dem als Babysitter eingespannten Rudi Dutschke), die sich einquartierten, um mit Fried zu diskutieren und in seinem Haus zu bleiben, für ein paar Tage oder ungefragt auf unbestimmte Zeit.

Niemals bitter, dennoch nichts beschönigend, schildert sie die schrulligen Eigenheiten des chaosstiftenden Erich Fried und vergisst nie die Faszination, die von ihm ausging: „... auf einmal vereinten sich all seine seltsamen Besonderheiten, der schwere Kopf mit dem kräftigen Kiefer, der kreisrunde Bauch und die gestikulierenden Patschhände zu einer vollkommen überzeugenden, schönen, gar charismatischen Gestalt.“ Der Abend wird freundlich unterstützt vom Wagenbach Verlag (Berlin).

 

Catherine Boswell Fried, Jahrgang 1936, arbeitet bis heute vor allem auf dem Gebiet der Bildhauerei, der sie sich nach dem Tode Erich Frieds im Jahr 1988 verstärkt zuwandte. In London geboren, zog sie zum Studium der englischen Sprache und Literatur nach Paris, wo sie mit ihrer künstlerischen Arbeit im Bereich der Fotografie, der Radierungen und Malerei begann. In Wien lernte sie über den Maler und Grafiker Georg Eisler Erich Fried kennen und heiratete ihn 1965.

 

Maria Neumann vom Mülheimer Theater an der Ruhr ist an diesem Abend erneut Gast des PoesiePalastes und liest die deutsche Übersetzung von Catherine Frieds Erinnerungen.