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8.10.09

8.10., 20 Uhr: Fritz J. Raddatz & Hubert Winkels sprechen über Rilke

„RILKE. ÜBERZÄHLIGES DASEIN. EINE BIOGRAFIE“

Ein literarisches Lebensportrait des Dichters Rainer Maria Rilke

Fritz J. Raddatz im Gespräch mit Hubert Winkels

„RILKE. ÜBERZÄHLIGES DASEIN. EINE BIOGRAFIE“
Ein literarisches Lebensportrait des Dichters Rainer Maria Rilke
Fritz J. Raddatz im Gespräch mit Hubert Winkels

Donnerstag, 8. Oktober 2009, 20 Uhr

Stadtbibliothek Duisburg, Düsseldorfer Str. 5-7

Eintritt 8 €, Vvk. 6 €; Kartenreservierung empfohlen
Karten-Tel. 02 03. 28 34 21 8

Rainer Maria Rilke ist der meistgelesene deutschsprachige Poet weltweit – nach Goethe. Und obwohl seine Lyrik vielen als das Großartigste der deutschen Literatur gilt, gibt es Leser, die seine Dichtung als zu weltentrückt, fast schon kitschig empfinden. Sein Zeitgenosse Thomas Mann bezeichnete Rilke als „österreichischen Snob“, Georg Heym nannte ihn ein „überschminktes Frauenzimmer“ – auch anspielend auf die Erziehung als Mädchen, die Rilkes Mutter ihm in seinen ersten Lebensjahren aufzwang. Für seine große Liebe (und Seelenverwandte), die russische Dichterin Marina Zwetajewa, war er wiederum gar die Verkörperung der Dichtung selbst. Wer also war der polarisierende Rilke? Zeit seines Lebens zog er von Ort zu Ort und führte ein prototypisches Künstlerleben im Dunstkreis einer aristokratischen Bohème, die ihm, der selbst so gern adlig gewesen wäre, ein angemessenes Dasein ermöglichte. Mehr noch als vom Adel wurde er von Frauen unterstützt und gefördert, und dennoch blieb ‚das Weib an sich’ für ihn stets ambivalent, aus der Ferne bewundert, in der unmittelbaren Nähe als Gefahr gefürchtet.

Der Feuilleton-Altmeister Fritz J. Raddatz hat René Karl Wilhelm Johann Josef Maria Rilke (so sein Geburtsname) ein farbiges Portrait gewidmet. Sehr einfühlsam und doch mit kritischer Distanz zeichnet er ein persönliches und emotionales Bild des unsteten Sprachgenies. Raddatz über Rilke: „Wer war dieser Mann? Die Antwort: Geck, Gaukler und Genie.“

Der 1931 geborene Autor Prof. Dr. Fritz J. Raddatz zählt zu den profiliertesten Publizisten Deutschlands. 1960 - 69 war er stellvertretender Leiter des Rowohlt Verlages, 1977 - 85 Feuilletonchef der ZEIT. Raddatz ist der Herausgeber von Tucholskys Gesammelten Werken, Autor in viele Sprachen übersetzter Romane und eines umfangreichen essayistisch-biografischen Werkes. Mit seiner Biografie über Gottfried Benn hat er bereits ein höchst geachtetes Portrait eines deutschen Dichters vorgelegt. Der Autor lebt in Hamburg.

Die Lesung moderiert Dr. Hubert Winkels. Er ist seit 1988 als Literaturkritiker für die ZEIT tätig. Seit 1997 arbeitet er als Literaturredakteur beim Deutschlandfunk in Köln.

Er war Fernsehmoderator, u.a. beim SWF mit dem „Dichterclub“ sowie „Die Bestenliste“ im SWR. Hubert Winkels veröffentlichte zuletzt „Gute Zeichen. Deutsche Literatur 1995–2005“ (Kiepenheuer & Witsch)  und „Der Stimmen Ordnung. Über Thomas Kling.“ (DuMont). 2007 wurde Winkels mit dem Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik ausgezeichnet.