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Das Literaturbüro Ruhr e. V.

Geschichte:

Historisch ist das Ruhrgebiet geprägt von Zuwanderern, kulturellen Einflüssen aus ganz Europa und weltweitem Handel. In dieser 5,4-Millionen-Einwohner-Metropole lässt sich Literaturförderung gar nicht anders denken als im Spannungsfeld von lokaler Verwurzelung und internationalen Beziehungen, von Identitätssuche und Weltoffenheit.
Das hier seit 1986 in Gladbeck ansässige, für Region und Land arbeitende Literaturbüro Ruhr e.V. ist eine Einrichtung der Literatur-, Lese- und Autorenförderung. Es präsentiert und vermittelt die Vielfalt von Literatur und Sprache, das darin zu entdeckende Widerständige, Fremde und Neue. Das Literaturbüro ermöglicht Leserinnen und Lesern Orientierungen in der Welt der Bücher, mit angesehenen Projektpartnern gestaltet es Lesekultur.

Durch die Kontinuität und Professionalität seiner Literaturfestivals und Einzellesungen, seiner Dokumentationen und Autorenweiterbildungen gibt das Literaturbüro Ruhr dem literarischen Leben in Nordrhein-Westfalen wichtige Impulse. Es schafft Orte der lebendigen Literatur, Foren für den Dialog zwischen den Künsten. Anders als Verlage oder Buchhandlungen ist das Literaturbüro weniger an die Mechanismen des literarischen Marktes, des Literaturbetriebs gebunden. So kann es neue literarische Entwicklungen fördern. Auch abseits von Aktualität oder von Bestsellerlisten stellt es Schriftsteller der Öffentlichkeit vor und engagiert sich für die Wiederentdeckung vergessener Autorinnen und Autoren.

Das Literaturbüro Ruhr vergibt in jedem Herbst – gestiftet vom Regionalverband Ruhr – den Literaturpreis Ruhr. Insgesamt 15.110 Euro erhalten die Preisträger jährlich für literarische Texte, die Bezug nehmen auf die Wirklichkeit und den Kunst-Stoff rund um Dortmund, Bochum oder Duisburg.

Eine Spezialität des Literaturbüros Ruhr sind auch die "Meisterklassen auf Zeit": Im Rahmen dieser Seminare schreiben und diskutieren junge literarische Talente mit renommierten Schriftstellern unterschiedlicher literarischer Provenienz. Newcomer – ausgewiesen durch beachtliche Debüts – wurden 1992 und 1994 auch über "Poesie und Prosa Junge – Literatur im Ruhrgebiet" – einer größeren Öffentlichkeit vorgestellt und von Mentorinnen wie Ursula Krechel oder Jürgen Lodemann in ihrer Schreibentwicklung beraten. Apropos "Mentorinnen": "Schriftstellerinen im Gespräch" hieß eine Reihe wissenschaftlicher Tagungen zur Literatur und sozialen Lage schreibender Frauen.

1995 bekamen junge NRW-Autoren und -Jazzer die Chance, ihre Wort-Ton-Visionen gemeinsam zu entwickeln und live in Städten NRWs sowie für den WDR zu realisieren: "Literatur & Jazz", ein gelungener Versuch, die Tradition von "jazz 'n poetry" neu zu beleben.

Bei den "Dramatikerinnen-Werkstätten" und im Projekt "Lebendiges Theater" brachten von 1997 bis 1999 junge Stückeschreiberinnen ihre Texte fürs Theater bis zur Aufführungsreife. Im Projekt "Am Fenster" realisierten Schriftstellerinnen die künstlerische Zusammenarbeit mit Tänzerinnen, Musikerinnen und bildenden Künstlerinnen. Die literarische Öffentlichkeit profitiert aber nicht nur von der konsequenten Autorenförderung, sondern auch vom regen Import internationaler Literatur. Bei den "Nächten der Literatur" und interkulturellen Literaturprojekten lasen und lesen Österreicher, Schweizer, Spanier, Türken, Ukrainer, Kirgisen, Finnen, Albaner, Polen, Belgier und Franzosen, Süd- und Nordamerikaner, Afrikaner.

1995 präsentierte das Literaturbüro 13 Schriftsteller unter dem Motto "Ferne Nähe - Literatur Flanderns und der Niederlande zu Gast in NRW".

1997 lasen im Rahmen des Projekts "Experiment Wirklichkeit – Renaissance des Erzählens?" neben Ingo Schulze auch Emine Sevgi Özdamar u.v.a.

1999 lasen im Projekt "Metropolis, Stadt, Utopia – Schriftsteller und ihre Bilder der Stadt" knapp 40 Schriftsteller, Übersetzer, Moderatoren und Städteplaner aus aller Welt Großstadtliteratur und diskutierten über Stadtentwicklung im internationalen Vergleich.

Rund 20 polnische Schriftstellerinnen und Schriftsteller stellte das Literaturbüro Ruhr im Herbst 2000 im Rahmen von "Polen Erlesen" dem nordrhein-westfälischen Publikum vor. Beim Projekt "Körperträume" gab es nicht nur eine "Lange Nacht der Kurzen Texte", sondern auch ein "Literarisches Tangocafé" mit dem Finnen M. A. Numminen.

2001: Federführend bereitete das Literaturbüro über 20 Lesungen und Diskussionen zum Thema "Jüdische Identität und Literatur" vor. Gäste waren u.a. Paul Spiegel, Robert Menasse, Esther Dischereit, Arnon Grünberg oder Katja Behrens.

2002: Zu den 17 Veranstaltungen des Literaturfestivals "Innenhafen – Außenwelt – Literatur und Wissenschaft erzählen vom Reisen" kamen 1600 Besucher nach Duisburg in den Innenhafen und an die Universität, um literarische Phantasien, Gespräche mit Autoren, Musikalisches oder wissenschaftliche Nah- und Fernsichten auf Reise und Meer zu hören. Die Reihe bestach mit einer hochkarätigen Besetzung aus internationalen Autoren, Wissenschaftlern, Literaturkritikern und Musikern sowie ihrem Abwechslungsreichtum innerhalb der thematischen Fokussierung auf das Thema "Reisen". Zu Literaturveranstaltungen der besonderen Art wurden die Lesungen neben der internationalen Besetzung durch die Kombination aus Lesung und Gespräch zwischen Autor und einem Moderator. Die prominente TV-Moderatorin Gabriele von Arnim begleitete beispielsweise die Lesung mit dem chilenischen Botschafter und Romancier Antonio Skármeta und mit der türkischen Schriftstellerin und Schauspielerin Emine Sevgi Özdamar. Ob skurrile oder anrührende Beobachtungen aus Roger Willemsens Reisetagebuch, ob ein zugleich todtrauriger wie urkomischer Ton des Büchner-Preisträgers Arnold Stadler, ob das phantasiereiche Erzählen des Albaners Ismail Kadare, jede Veranstaltung hatte ihre eigene Atmosphäre und war gleichzeitig immer Teil eines Ganzen, des Rahmenthemas "Reisen". Mit "InnenHafen – AußenWelt" haben spannende und gut inszenierte Literatur- und Wissenschaftsveranstaltungen ihr Publikum gefunden.

2005: Das Literaturbüro Ruhr kooperierte 2005 z. B. mit dem Theater an der Ruhr ("Problemski Hotel: Heimat", Lesungen mit Roger Willemsen, Michael Klaus, Navid Kermani, im Herbst dann Arnon Grünberg oder Viktor Jerofejew), dem Kulturwissenschaftlichen Institut (KWI Essen) und dem Regionalverband Ruhr.

Im August/September 2005 kooperierten wir bei 12 Schullesungen mit dem Europäischen Klassik-Festival und richteten am 13. September 2005 in der Gladbecker Maschinenhalle "Storytime" aus, die Buchmesse für Junge Menschen.

Am 4. November 2005 erhielt Marion Poschmann unseren Literaturpreis Ruhr 2005 für ihren "Schwarzweißroman" im Hattinger Stadtmuseum.

Am 1. Dezember moderierte SWR-TV-Redakteur und Literaturkritiker Dr. Martin Lüdke unsere Lesung mit Ingo Schulze ("Neue Leben") im Mülheimer Theater an der Ruhr.

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